Leseprobe aus dem E-Book und Taschenbuch "Die nordische Bronzezeit" von Ernst Probst:
Das Seddiner »Königsgrab«
In der nordischen jüngeren Bronzezeit von etwa 1100 bis 800 v. Chr. vergrößerte sich das Verbreitungsgebiet des Nordischen Kreises um ein Vielfaches seiner ursprünglichen Ausdehnung. Es reichte nun im Süden bis zur Oder, Saale und Weser sowie im Norden bis Schweden und Norwegen. Wegen dieser Entwicklung spricht man auch vom großnordischen Kreis. In Deutschland gehörten Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, das nördliche Brandenburg und der Norden Sachsen-Anhalts zum Bereich der nordischen jüngeren Bronzezeit.
Diese Kultur wird von den Prähistorikern in mehrere Gruppen eingeteilt. In Mecklenburg-Vorpommern gab es die Rügener Gruppe und Neubrandenburger Gruppe, im südlichen Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Sachsen-Anhalt die Elb-Havel-Gruppe, im nördlichen Brandenburg und in Vorpommern die Uckermärkisch-westpommersche Gruppe und die Usedom-Woliner-Gruppe, im nördlichen Brandenburg die Prignitz-Gruppe (auch Seddiner Gruppe genannt) und die Rhin-Gruppe. Dagegen ist bisher in Schleswig-Holstein eine entsprechend weitergehende Unterteilung unterblieben.
Die Menschen aus dieser Zeit gelten als die unmittelbaren Vorfahren der Germanen. Bei der Untersuchung von Leichenbränden aus dem Flachgräberfeld in Warlin (Kreis Mecklenburg-Strelitz) konnte die Körperhöhe der dort Bestatteten ermittelt werden. Demnach waren die Männer in dieser Gegend zwischen 1,55 und 1,63 Metern groß. Eine Frau brachte es auf etwa 1,55 Meter Größe.
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Freitag, 11. Januar 2008
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