Montag, 4. Juni 2007

Pioniere der Bronzezeitforschung



Von Hellmut Agde
über Friedrich Laux,
Paul Reinecke
und Elisabeth Ruttkay
bis zu Kurt Willvonseder

*

Die Auswahl beschränkt sich
auf Prähistorikerinnen und Prähistoriker,
die den Namen einer in Deutschland,
Österreich und der Schweiz
vertretenen Stufe, Kultur oder Gruppe
der Bronzezeit
in die Fachliteratur eingeführt haben.
Die Texte stammen aus dem Buch
"Deutschland in der Bronzezeit" (1996)
des Wissenschaftsautors Ernst Probst
und wurden nach Erscheinen
nicht mehr aktualisiert.

HELLMUT AGDE,
geboren am 2. September 1909
in Halle/Saale,
gefallen am 12. Mai 1940
bei Saint-Nicolas.
Er bestand 1932 seine Doktorprüfung
und wirkte zunächst in Halle/Saale,
dann in Schwerin, Leipzig, Königsberg
und Freiburg/Breis­gau,
bis er 1937 Dozent
an der Hochschule
für Lehrerbildung
in Lauenburg (Pommern) wurde.
1939 habilitierte er sich
in Freiburg/Breisgau.
Während seiner Zeit in Halle/Saale
prägte Hellmut Agde 1935
den Begriff Saalemündungs-Gruppe.

ZOJA BENKOVSKY-PIVOVAROVÀ,
geboren am 22. Dezember 1934
in Zlín (Tschechoslowakei),
machte 1958 ihr Diplom in Bratislava.
1958 bis 1960 war sie
im Museum Bojnice,
dann bis 1967
im Archäologischen Institut
der Slowakischen Akademie
der Wissenschaften in Nitra tätig.
Seit Ende 1967 arbeitete sie
zeitweise im
Burgenländischen Landesmuseum
in Eisenstadt und in der
Österreichischen Akademie
der Wissenschaften in Wien.
1972 prägte sie
den Begriff Draßburger Kultur.

WILHELM ALBERT VON BRUNN,
geboren am 17. September 1911
in Köthen/Anhalt,
gestorben am 8. Mai 1988
in Wiesbaden.
Er arbeitete 1938 bis 1947
am Landesmuseum Halle/Saale,
1951 bis 1961 am
Institut für Vor- und Frühgeschichte
der Deutschen Akademie
der Wissenschaften zu Berlin,
danach bis 1964 am
Institut für Ur- und Frühge­schichte
der Universität Kiel
und darauf bis 1979
an der Universität Gießen.
Er schlug 1943 den
Begriff Unstrut-Gruppe vor.

KAREL BUCHTELA,
geboren am 6. März 1864
in Novy Pavlov,
gestorben am 19. März 1946
in Prag.
Er war Finanzoberrat
und hatte von 1924 bis 1938
das Amt des Direktors
des Staatlichen
Archäologischen Instituts
in Prag inne.
Bei seinen Forschungen
arbeitete Buchtela
mit dem tschechoslowakischen
Archäologen Lubor Niederle
aus Prag zusammen.
Buchtela und Niederle
haben 1910 im Handbuch der
Tschechischen Archäologie
den Begriff Aunjetitzer Kultur
verwendet und populär gemacht.

ADRIAN EGGER,
geboren am 8. September 1868
in Prägraten,
gestorben am 18. März 1953
in Brixen,
wurde 1899 zum Priester geweiht.
Er wirkte acht Jahre als Seel­sorger,
bevor er 1908 nach Brixen
berufen wurde,
um die Diözesan-Kunstpflege
zu betreuen.
Daneben interessierte er sich bald
immer mehr für die Vorgeschichte
des Eisack- und Pustertals,
wovon seine Publikationen
und die prähistorische Sammlung
im Diözesanmuseum zeugen.
Egger verwendete 1917
als erster den Begriff Laugenkultur.

ALBERT HAFNER,
geboren am 15. November 1959
in Weingarten (Kreis Ravensburg),
studierte in Tübingen
und Freiburg/Breisgau
Urgeschichte, Völkerkunde
und Botanik.
Seit 1988 unternimmt er
Unterwasser-Ausgrabungen
und Forschungen
zur Siedlungsarchäologie
des Neolithikums und der Bronzezeit
am Bieler See.
1995 promovierte er
in Freiburg/Breisgau
über die Frühbronzezeit
der Westschweiz.
Im selben Jahr verwendete er
erstmals den Begriff
Aare-Rhône-Gruppe
der Rhône-Kultur.

FRIEDRICH HOLSTE,
geboren am 30. April 1908
in Tann a. d. Rhön,
gefallen am 22. Mai 1942
bei Semenowka.
Er absolvierte
eine zweijährige Banklehre
und studierte in Wien,
Breslau und Marburg.
1934 promovierte er
und arbeitete danach in Mainz,
Landshut und München.
1939 habilitierte er sich
in München,
war ab 1940 Dozent in München
und ab 1942
außerordentlicher Professor
in Marburg.
Holste sprach 1939
von der Lüneburger Bronzezeit,
heute sagt man statt dessen
Lüneburger Gruppe.

SIEGFRIED JUNGHANS,
geboren am 30. Oktober 1915
in Stuttgart,
studierte 1935 bis 1938
in München, Marburg und Kiel.
1948 promovierte er in Tübingen.
Ab 1948 arbeitete er
im Württembergischen Landesmuseum
in Stuttgart,
wo er 1954 Haupt­konservator
der Vor- und Früh­geschichtli­chen
Sammlungen sowie der
Antikensammlung
und 1967 Direktor des Museums wurde.
Junghans prägte 1954
den Begriff Formenkreis Adlerberg-Singen,
woraus später der Name
Singener Gruppe abgeleitet wurde.

KARL KOEHL,
geboren am 7. November 1847
in Meisenheim am Glan,
gestorben am 12. April 1929 in Worms.
Er studierte bis 1873
in Heidelberg, Marburg
und Gießen Medizin.
Nach dem Studium lebte er in Wien,
unternahm aber auch
jahrelang Reisen als Schiffsarzt.
1876 ließ er sich in Pfeddersheim
als Arzt nieder,
und 1884 siedelte er
nach Worms über.
Koehl führte Ausgrabungen
in Rheinhessen durch
und publizierte die Funde.
Auf ihn geht der Begriff
Adlerberg-Kultur zurück.

JOACHIM KÖNINGER,
geboren am 27. August 1956
in Stuttgart,
studierte in Tübingen
und Freiburg/Breisgau.
Seit 1975 arbeitet er für das
Landesdenkmalamt (LDA)
Baden-Württem­berg.
Er leitet als freier Mitarbeiter
der Pfahlbauarchäologie
Bodensee-Oberschwaben des LDA
seit Anfang der achtziger Jahre
Sondagen in Moorsiedlungen
Oberschwabens und
Tauchunter­suchungen
in Ufersiedlungen des Bodensees.
1992/93 hat er promoviert.
1992 schlug Köninger
den Begriff Arboner Gruppe vor.

JÓZEF KOSTRZEWSKI,
geboren am 25. Februar 1885
in Weglewo (Polen),
gestorben am 25. Februar 1969
in Poznan (Polen).
Er war Leiter des
Archäologischen Lehr­stuhls
an der Universität Poznan
(1919-1939, 1945-1950, 1956-1960)
und Direktor
des Museums in Poznan
(1914-1939, 1945-1958).
Kostrzewski stellte das
chronologische Schema
der Urgeschichte Polens auf,
erforschte die
altbronzezeitliche Ansiedlung
im Oder- und Weichselgebiet
und schlug 1924
den Begriff Vorlausitzer Kultur vor.

GEORG KRAFT,
geboren am 11. März 1894
in Bad Neuen­ahr,
gestorben bei einem Bombenangriff
am 27. November 1944
in Freiburg/Breisgau.
Er studierte in Tübingen
und promovierte 1922
in Freiburg/Breisgau.
1926 erfolgte seine Habilitation
in Freiburg/Breisgau,
wo er das Museum für Urge­schichte
der Universität betreute und ausbaute.
Ab 1926 war er
staatlicher Denkmalpfleger für Südbaden.
Auf Kraft geht der Begriff
Rhône-Kultur zurück.

RÜDIGER KRAUSE,
geboren am 3. April 1958
in Bagdad/Irak,
promovierte 1986
an der Universität Tübingen
über das frühbronzezeitliche
Gräberfeld von Singen am Hohentwiel.
Anschließend erhielt er
ein Reise­stipendiat des
Deutschen Archäologischen
Instituts Berlin
und bereiste Nordafrika
und den Vorderen Orient.
Seit 1987 arbeitet er beim
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg
in Stuttgart.
Krause prägte 1988
die Begriffe
Hochrhein-Oberrhein-Gruppe
und Neckar-Gruppe.

FRIEDRICH LAUX,
geboren am 8. März 1938
in Roth bei Nürnberg.
Er arbeitete 1969
bei der Römisch-Germanischen
Kommission in Frankfurt/Main,
1970 bis 1975 am Museum Lüneburg,
1976/77 am Institut
für Vor- und Frühgeschichte
in Saarbrücken
und wirkte von 1977 bis 2001
am Hamburger Museum
für Archäologie.
Laux benannte 1971
den Sögel-Wohlde-Kreis
und die Lüneburger Gruppe
sowie 1987/90
die Südhanno­ver­sche Gruppe,
die Oldenburg-emsländische Gruppe
und die Allermündungs-Gruppe.

JÖRG LECHLER,
geboren am 28. August 1894
in Dessau,
gestorben am 22. Juli 1969
in Detroit.
Er studierte in Berlin und Halle/Saale.
1913 bis 1918 grub er
das Gräberfeld
auf dem Sehringsberg bei Helmsdorf aus.
1923 bis 1924 war er
Assistent am Tell-Halaf-Museum in Berlin
und von 1924 bis 1935
Archäologe in der Prignitz.
Ab 1936 lebte er in Detroit (USA),
wo er bis 1965 am
Art Institute der Wayne University arbeitete.
Lechler prägte 1925
den Begriff Helmsdorfer Gruppe.

ARNE LUCKE,
geboren am 11. Dezember 1944
in Forst,
arbeitete 1975 bis 1993
als Ethnoarchäologe in Mexiko,
Ecuador, Peru und Marokko.
1983 bis 1984 war er
Leiter des Museums für
Vor- und Frühgeschichte in Heilbronn.
Seit 1986 ist er Kreisarchäologe
und Geschäftsführer
des Muse­umsverbundes
im Kreis Lüchow-Dannenberg
sowie Lehrbeauf­tragter
der Universität Hamburg,
seit 1990 Leiter des
Archäolo­gischen Zentrums Hitz­acker.
1981 prägte er
die Namen Stader Gruppe
und Verdener Gruppe.

OSWALD MENGHIN,
geboren am 19. April 1888
in Meran,
gestorben am 29. November 1973
in Buenos Aires.
Ab 1913 war er Privatdozent
an der Universität Wien.
1914 gründete er
die Wiener Prähistorische Gesellschaft.
1918 wurde er
außerordentlicher Professor,
1922 ordentlicher Professor,
1930 bis 1933 Resident-Professor
an der Universität Kairo
und 1938 bis 1945
österreichischer Minister
für Kultus und Unterricht.
Oswald Menghin führte 1921
den Begriff Wieselburg-Gruppe ein.

GERO VON MERHART,
geboren am 17. Oktober 1886
in Bregenz (Österreich),
gestorben am 4. März 1959
in Kreuzlingen (Schweiz).
Er promovierte 1913
in München,
geriet 1914
in russische Gefangenschaft
und arbeitete 1919 bis 1921
an russischen Museen.
Von 1921 bis 1927 wirkte er
am Museum Ferdinandeum
und an der Universität Innsbruck,
danach kurz am
Römisch-Germani­schen
Zentralmuseum Mainz
und 1928 bis 1949
als Professor in Marburg.
Von Merhart prägte 1927
den Begriff Melauner Kultur.

OSCAR MONTELIUS,
geboren am 9. September 1843
in Stockholm,
gestorben am 4. November 1921
in Stockholm.
Er promovierte 1869,
wurde 1888 Professor
und war von 1907 bis 1913
Reichsantiquar in Schweden.
Montelius teilte 1885
die nordische Bronzezeit
in sechs Perioden (Periode I bis VI)
und 1897 die Eisenzeit
in acht Perioden (Periode I bis VIII) ein.
Außerdem prägte er
schon im 19. Jahrhundert
den Begriff
Nordischer Kreis der Bronzezeit,
von dem der heutige Name
nordische Bronzezeit abgeleitet ist.

JOHANNES-WOLFGANG NEUGEBAUER,
geboren am 28. Oktober 1949
in Klosterneuburg,
gestorben am 15. August 2002,
studierte in Wien,
wurde Universitätsdozent,
wissenschaftlicher Mitarbeiter
in der Abteilung für Bodendenkmale
des Bundesdenkmalamtes Wien
und Leiter des 1993
von ihm gegründeten Urzeitmuseums
in Nußdorf ob der Traisen.
Neugebauer grub
die größten frühbronzezeitlichen
Friedhöfe Mitteleuropas
(Franz­hausen I und II sowie Gemeinlebarn F)
aus. 1977 prägte er den Begriff
Böheimkirchner Gruppe
der Veterov-Kultur.

ALOIS OHRENBERGER,
geboren am 16. Mai 1920
in Neuarad (Rumänien),
gestorben am 23. Januar 1994
in Eisenstadt.
Noch 1920 zog seine Familie
nach Budapest,
später nach Eisenstadt.
1949 promovierte er in Wien.
1949 bis 1980 arbeitete er
im Burgenländischen Landesmuseum
in Eisenstadt.
Ohrenberger prägte 1956
in der Publikation über
seine Ausgrabungen
in Loretto/Leitha­prodersdorf
den Begriff Typus Loretto-Leitha­prodersdorf,
woraus der Name
Leithaprodersdorf-Gruppe hervorging.

JOZEF PAULÍK,
geboren am 30. März 1931
in Sóskut (Ungarn).
Er war zunächst
wissenschaftlicher Mitarbeiter
des Archäologischen Instituts
der Slowakischen Akademie
der Wissenschaften in Nitra.
Ab 1967 arbeitete er
im Slowakischen
Nationalmuseum Bratislava.
Paulík beschäftigt sich
vor allem mit Problemen
der Spätbronzezeit.
Er und der Archäologe
Anton Tocík verwendeten 1960
erstmals den Namen Caka-Kultur.
Diese spätbronzezeitliche Kultur
ist nach einem Hügelgrab
in der Slowakei benannt.

RICHARD PITTIONI,
geboren am 9. April 1906
in Wien,
gestorben am 16. April 1985
in Wien.
Er promovierte 1929
und habilitierte sich 1932.
Von 1929 bis 1937
war er Assistent am
Urgeschichtlichen Institut
der Universität Wien,
1938 bis 1942
Museumsdirektor in Eisenstadt,
1946 außerordentlicher Professor
und seit 1951
Professor an der Universität Wien.
Pittioni sprach 1937
von der Kultur von Unterwölbling
(heute Unterwölblinger Gruppe)
und 1954 vom Typus Mistelbach-Regelsbrunn.

JÜRG RAGETH,
geboren am 30. Dezember 1946
in Chur (Graubünden),
studierte in Zürich
bei Professor Dr. Emil Vogt.
Er ist Prähistoriker
und arbeitet seit 1973
beim Archäologischen Dienst
Graubünden in Chur
und Haldenstein.
Sein Interesse gilt
vor allem der Bronzezeit.
Von 1971 bis 1983 leitete er
die Ausgrabungen
auf dem bronzezeitlichen
Siedlungsplatz Padnal
bei Savognin in Graubünden.
1986 schlugen Rageth
und andere Archäologen
den Begriff
Inneralpine Bronzezeit-Kultur vor.

PAUL REINECKE,
geboren am 25. September 1872
in Berlin-Charlottenburg,
gestorben am 12. Mai 1958
in Herrsching.
Er wirkte 1897 bis 1908
am Römisch-Germanischen
Zentralmuseum in Mainz.
1908 bis 1937
war er Hauptkonservator
am Bayerischen Landesamt
für Denkmalpflege in München.
1917 wurde er kgl. Professor.
Reinecke teilte 1902
die Bronzezeit in die Stufen A bis D ein.
1902 sprach er von
der Grabhügelbronzezeit und später
von der Hügelgräber-Bronzezeit.

WALTER RUCKDESCHEL,
geboren am 10. September 1937
in München,
studierte in München und Heidel­berg.
Er promovierte mit einer Arbeit
über die frühbronzezeit­lichen
Gräber Südbayerns
und wies nach,
daß die Bestattungs­sitten
der Straubinger Kultur
jener der vorausgehenden
Glockenbecher-Kultur gleichen.
Die von ihm 1978 benannte Ries-Gruppe
zeigt dagegen deutliche
abweichende Bestattungssitten.
Walter Ruckdeschel ist seit 1986
Präsident des Bayerischen Landesamts
für Umweltschutz.

ELISABETH RUTTKAY,
gebürtige Ungarin,
lebt seit 1956 in Österreich.
Sie studierte in Wien
und arbeitet seit 1968
an der Prä­historischen Abteilung
des Naturhistorischen Museums, Wien.
Ihr Forschungsgebiet ist die Jung­steinzeit,
aus der sie mehrere Gruppen benannt hat.
1977 führte sie für
eine frühbronzezeitliche Kulturstufe
den Begriff Leitha-Gruppe ein
und 1981 prägte sie
bei der Beschreibung
bronzezeitlicher Funde
aus der Seeufersiedlung Abtsdorf I
am Attersee
den Namen Attersee-Gruppe.

EDWARD SANGMEISTER,
geboren am 26. März 1916,
promovierte 1939 in Marburg,
wurde 1950 Assistent in Marburg
und habilitierte sich 1954 in Marburg.
Von 1954 bis 1956 wirkte er
als Assistent am
Deutschen Archäologischen Institut
in Madrid.
1956 wurde er Extraordinarius
in Freiburg/Breisgau.
Sangmeister widmete sich
vor allem Fragen der Jung­steinzeit
und Frühbronzezeit.
Er sprach 1960 von der Gruppe Singen,
was von anderen Autoren
in den Ausdruck Singener Gruppe
abgewandelt wurde.

WOLFGANG SCHLÜTER,
geboren am 12. November 1937
in Reher bei Hameln,
studierte in Göttingen
und promovierte 1973.
Nach einer zweijährigen Tätigkeit
beim Dezernat Denkmalpflege
des Niedersächsischen
Landesverwaltungsamtes in Hannover
wurde er 1975
Archäologe für die Stadt
und den Kreis Osnabrück
sowie Leiter der
Archäologischen Abteilung des
Kulturgeschicht­lichen Museums Osnabrück.
1979 benutzte er
den Begriff Ems-Hunte-Kreis.
Seit 1993 ist er Honorarprofessor
der Universität Osnabrück.

BERTHOLD SCHMIDT,
geboren am 10. Oktober 1924
in Gera,
studierte in Jena und Halle/Saale
und hat 1955 promoviert.
1953 wurde er
wissenschaftlicher Mitarbeiter,
später Kustos
und stellvertretender Direktor
des Landesmuseums für Vorgeschichte,
Halle/Saale.
1991/92 folgte eine Professur
an der Universität Marburg/Lahn.
Seine Spezial­gebiete
sind die Frühgeschichte (3. bis 9. Jh.)
und späte Bronzezeit.
Schmidt hat 1967
den Begriff Helmsdorfer Gruppe
erneut vorgeschlagen und begründet

ERNST SPROCKHOFF,
geboren am 6. August 1892
in Berlin,
gestorben am 1. Oktober 1967
in Kiel.
Nach dem Studium
in Berlin und Königsberg
promovierte er 1924 in Königsberg.
Von 1926 bis 1928 arbeitete er
am Provinzialmuseum Hannover,
1928 bis 1935
am Römisch-Germani­schen
Zentralmuseum Mainz.
1935 bis 1945 war er
erster Direktor
der Römisch-Germanischen Kommission
in Frankfurt/Main
und ab 1947 Ordinarius
an der Universität Kiel.
Er schuf 1927 den Begriff Sögeler Stufe.

CHRISTIAN STRAHM,
geboren am 1. Oktober 1937
in Niederwichtrach im Kanton Bern (Schweiz).
Er promovierte 1961
in Bern und arbeitete zunächst
am Bernischen Historischen Museum, Bern.
1964 ging er an die
Universität Freiburg/Breisgau,
wo er sich später habilitierte
und seit 1977
als Univer­sitätsprofessor wirkt.
Von 1976 bis 1986 war er
als außerordentlicher Professor
an der Universität Bern tätig.
1987 hat Strahm erstmals
den Begriff Arbon-Kultur verwendet
und 1992 genauer definiert.

ANTON TOCÍK,
geboren am 28. Januar 1918
in Krásno nad Kysucou (Slowakei)
gestorben am 15. Juni 1994,
studierte in Bratislava und Leipzig
und promovierte 1944 in Bratislava.
1945 bis 1947 war er Kommissär
des Denkmalamtes Bratislava.
1960 wurde er C. sc.,
1965 Dozent an der Universität Brno
und 1969 Dr. sc.
Von l953 bis 1970 war er Direktor
des Archäologischen In­stituts
der Slowakischen Akademie
der Wissenschaften in Nitra.
Anton Tocík und Jozef Paulík
prägten 1960
den Begriff Caka-Kultur.

RUDOLF VIRCHOW,
geboren am 13. Oktober 1821
in Schivelbein (Pommern),
gestorben am 5. September 1902
in Berlin.
Er wirkte zunächst als Professor
und Privatdozent
an der Universität Berlin.
1849 arbeitete er als Professor
in Erlangen und 1856
wieder als Professor in Berlin.
Virchow war ein renommierter Pathologe,
Arzt und Politiker.
Außerdem gilt er
als Begründer der pathologischen Anatomie.
1880 verwendete er erstmals
den Begriff Lausitzer Kultur.

ERNST WAGNER,
geboren am 5. April 1832
in Karlsruhe,
gestorben am 7. März 1920
in Karlsruhe.
Der Sohn des Stadtpfarrers
von Schwäbisch Gmünd
war 1861 bis 1863
Erzieher in London und 1864 bis 1875
Erzie­her des Erbgroßherzogs in Karlsruhe.
1867 wurde er Leiter der Friedrichschule.
Von 1875 bis 1919 leitete er
die Großherzogliche Altertümersammlung
(das spätere Badische Landesmuseum)
in Karlsruhe und war Oberschulrat.
Auf Wagner geht der Begriff
Urnenfelder-Kultur zurück.

KARL HEINZ WAGNER,
geboren am 10. Juli 1907
in Neunkirchen/Saar,
gefallen im Zweiten Weltkrieg
am 6. Februar 1944
bei Luga südlich von Leningrad.
Er promovierte 1934,
arbeitete 1935 bis 1937
am Rheinischen Landesmuseum Bonn
und war von 1937 bis 1939
Konservator am Bayerischen Landesamt
für Denkmalpflege in München.
Karl Heinz Wagner
hat 1934 in seiner Dissertation
den Begriff Nordtiroler Urnenfelder verwendet,
auf den der Name
Nordtiroler Urnenfelder-Kultur zurückgeht.

KURT WILLVONSEDER,
geboren am 10. März 1903
in Salzburg,
gestorben am 3. November 1968
in Salzburg.
Er studierte in Wien und Stockholm,
promovierte 1929
und habilitierte sich 1937 in Wien.
Von 1937 bis 1945 arbeitete er
am Bundesdenkmalamt in Wien.
1943 wurde er außerordentlicher Professor
der Urgeschichte in Wien.
Von 1954 bis zu seinem Tod
im Jahre 1968 war er Direktor des
Salzburger Museums Carolino Augusteum.
Willvonseder prägte 1937
den Begriff Litzenkeramik.

***

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