Montag, 4. Juni 2007

Kulturen der Bronzezeit



Wiesbaden (welt-der-bronzezeit) - Die folgende Aufstellung über die Kulturen der Bronzezeit von der Aunjetitzer Kultur vor etwa 2300 v. Chr. bis zur Lausitzer Kultur vor etwa 1300 v. Chr. stammt aus dem inzwischen vergriffenen Buch "Deutschland in der Bronzezeit" (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.

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FRÜHBRONZEZEIT

Aunjetitzer Kultur: von etwa 2300 bis 1600/1500 v. Chr., benannt nach dem Fundort Únètice (Aunjetitz) in Böhmen. Begriff Únèticer Kultur tauchte 1910 erstmals in dem "Handbuch der Tschechischen Archäologie" der Prager Historiker Karel Buchtela und Lubor Niederle auf.

Straubinger Kultur: von etwa 2300 bis 1600 v. Chr., benannt nach Gräberfeldern im Raum Straubing (Niederbayern). Begriff Straubinger Kultur 1902 von dem damals in Mainz arbeitenden Prähistoriker Paul Reinecke geprägt.

Singener Gruppe: von etwa 2300/2200 bis um 1800 v. Chr., benannt nach dem Gräberfeld in Singen am Hohentwiel (Kreis Konstanz). Begriff Formenkreis Adlerberg-Singen 1954 von dem Stuttgarter Prähistoriker Siegfried Junghans geprägt, Begriff Gruppe Singen von dem Freiburger Prähistoriker Edward Sangmeister, Begriff Singener Kultur 1987 von dem Freiburger Prähistoriker Christian Strahm.

Arbon-Kultur: von etwa 1800 bis 1600 v. Chr., benannt nach Seeufersiedlungen von Arbon-Bleiche 2 am Bodensee im schweizerischen Kanton Thurgau. Begriff Arbon-Kultur 1978 von dem Freiburger Prähistoriker Christian Strahm geprägt, Begriff Arboner Gruppe 1992 von dem Freiburger Prähistoriker Joachim Köninger.

Ries-Gruppe und Neckar-Gruppe: von etwa 2300/2200 bis 1800 v. Chr, benannt nach dem Nördlinger Ries und nach dem Fluß Neckar. Begriff Ries-Gruppe 1978 von dem Münchener Prähistoriker Walter Ruckdeschel geprägt, Begriff Neckar-Gruppe 1988 von dem Stuttgarter Prähistoriker Rüdiger Krause.

Adlerberg-Kultur: von etwa 2300/2200 bis 1800 v. Chr., benannt nach dem Gräberfeld von Worms-Adlerberg in Rheinland-Pfalz. Begriff Adlerberg-Kultur geht auf den Wormser Arzt und Ausgräber Karl Koehl zurück.

Sögel-Wohlde-Kreis: von etwa 1600 bis 1500 v. Chr., benannt nach den niedersächsischen Fundorten Sögel (Kreis Emsland) und Dohnsen-Wohlde (Kreis Celle). Begriff Sögeler Stufe 1927 von dem damals in Hannover arbeitenden Prähistoriker Ernst Sprockhoff geprägt, Begriff Sögeler Kreis und Wohlder Kreis 1958 von dem damals in Hannover tätigen Prähistoriker Rolf Hachmann, Begriff Sögel-Wohlde-Kreis 1971 von dem damals in Lüneburg wirkenden Prähistoriker Friedrich Laux.

Nordische frühe Bronzezeit: von etwa 1800 bis 1500 v. Chr. Begriff Nordischer Kreis stammt von dem schwedischen Prähistoriker Oskar Montelius.

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MITTELBRONZEZEIT

Hügelgräber-Kultur: von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr., benannt nach der Bestattungssitte. Begriff "Grabhügelbronzezeit" 1902 von dem damals in Mainz arbeitenden Prähistoriker Paul Reinecke geprägt.

Ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.

Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. Begriff Lüneburger Bronzezeit 1939 von dem damals in München arbeitenden Prähistoriker Friedrich Holste geprägt, Begriff Lüneburger Gruppe 1970 von dem damals in Lüneburg tätigen Prähistoriker Friedrich Laux.

Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. Begriff Stader Gruppe 1981 erstmals von dem Prähistoriker Arne Lucke in seiner Hamburger Dissertation für eine Lokalgruppe der jüngeren Bronzezeit verwendet, 1987 von dem Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux in einem Vortrag für eine Gruppe der älteren, mittleren und jüngeren Bronzezeit.

Südhannoversche Gruppe: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr., benannt nach ihrem Verbreitungsgebiet. Begriff Südhannoversche Gruppe 1987 von dem Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux 1987 auf einer Tagung und 1990 in dem Sammelband hierüber eingeführt.

Oldenburg-emsländische Gruppe: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr., benannt nach ihrem Verbreitungsgebiet. Begriff Oldenburg-emsländische Gruppe 1987 von dem Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux auf einer Tagung und 1990 in einem Sammelband hierüber eingeführt.

Nordische ältere Bronzezeit: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.

Ältere Bronzezeit im westlichen Brandenburg: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. Funde dieser Kulturstufe wurden 1935 durch die damals in Berlin arbeitende Prähistorikerin Waldtraut Bohm beschrieben.

Vorlausitzer Kultur: von etwa 1500 bis 1200 v. Chr., eine Kulturstufe, die der Lausitzer Kultur vorausging. Begriff Vorlausitzer Kultur 1924 von dem polnischen Prähistoriker Józef Kostrzewski geprägt.

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SPÄTBRONZEZEIT

Urnenfelder-Kultur: von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr., benannt nach der Bestattungssitte. Begriff "Urnen-Friedhöfe" 1885 von dem Direktor der Großherzoglichen Sammlungen in Karlsruhe, Ernst Wagner, geprägt. Der Königsberger Prähistoriker Otto Tischler sprach 1886 von den "Urnenfeldern der Bronzezeit".

Ältere Niederrheinische Grabhügel-Kultur: von etwa 1200 bis 750v. Chr., benannt nach der Bestattungssitte. Begriff Niederrheinische Grabhügel-Kultur 1936 von dem damals in Bonn arbeitenden Prähistoriker Walter Kersten geprägt.

Lüneburger Gruppe in der mittleren Bronzezeit: von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.

Allermündungs-Gruppe in der mittleren Bronzezeit: von etwa 1200 bis 1000 v. Chr. Begriff Allermündungs-Gruppe 1987 in einem Vortrag und 1990 in einem Sammelband hierüber von dem Hamburger Prähistoriker Friedrich Laux geprägt.

Stader Gruppe in der mittleren Bronzezeit: von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.

Lünburger Gruppe in der jüngeren Bronzezeit: von etwa 1100 bis 800 v. Chr.

Stader Gruppe in der jüngeren Bronzezeit: von etwa 1100 bis 800 v. Chr.

Ems-Hunte-Gruppe: von etwa 1100 bis 800 v. Chr., benannt nach dem Verbreitungsgebiet. Begriff Ems-Hunte-Kreis 1979 von dem Osnabrücker Prähistoriker Wolfgang Schlüter geprägt, Begriff Ems-Hunte-Gruppe 1991 von dem Prähistoriker Otto Mathias Wilbertz aus Hannover.

Jüngere Bronzezeit im südlichen Niedersachsen: von etwa 1100 bis 800 v. Chr.

Nordische mittlere Bronzezeit: von etwa 1200 bis 1100 v. Chr.

Nordische jüngere Bronzezeit: von etwa 1100 bis 800 v. Chr.

Unstrut-Gruppe: von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr., benannt nach dem Verbreitungsgebiet. Begriff Unstrut-Gruppe 1943 von dem damals in Halle/Saale arbeitenden Prähistoriker Wilhelm Albert von Brunn geprägt.

Helmsdorfer Gruppe: von etwa 1300/1200 bis um 600 v. Chr., benannt nach dem Gräberfeld auf dem Sehringsberg beim Ortsteil Helmsdorf von Heiligenthal (Kreis Mansfelder Land) in Sachsen-Anhalt. Begriff "Helmsdorfer Kulturkreis" 1925 von dem Prähistoriker Jörg Lechler geprägt. Begriff Helmsdorfer Gruppe 1967 von dem in Halle/Saale wirkenden Prähistoriker Berthold Schmidt.

Saalemündungs-Gruppe: von etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr, benannt nach dem Verbreitungsgebiet. Begriff Saalemündungs-Gruppe 1935 von damals in Halle/Saale arbeitenden Prähistoriker Hellmut Agde geprägt.

Lausitzer Kultur: von etwa 1300 bis 500 v. Chr., benannt nach einem Fundgebiet. Begriff Lausitzer Kultur 1880 von dem damals in Berlin arbeitenden Pathologen Rudolf Virchow geprägt.

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BÜCHER VON ERNST PROBST

Deutschland in der Urzeit. Von der Entstehung des Lebens bis zum Ende der Eiszeit, C. Bertelsmann, 1986, 480 Seiten im Großformat 24x31 cm, 369 Abbildungen, 27 Karten

Deutschland in der Steinzeit. Jäger, Fischer und Bauern zwischen Nordseeküste und Alpenraum, C. Bertelsmann, 1991, 620 Seiten im Großformat 24x31 cm, 654 Abbildungen, 13 Karten

Deutschland in der Bronzezeit. Bauern, Bronzegießer und Burgherren zwischen Nordsee und Alpen, C. Bertelsmann, 1996, 559 Seiten im Großformat 24x31 cm, 576 Abbildungen, 14 Karten

Rekorde der Urzeit, Goldmann, 1996, Taschenbuch, 352 Seiten

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Bestellung von Taschenbüchern von Ernst Probst über die Bronzezeit:

Deutschland in der Frühbronzezeit
http://www.grin.com/de/e-book/179720/deutschland-in-der-fruehbronzezeit

Deutschland in der Mittelbronzezeit
http://www.grin.com/de/e-book/180296/deutschland-in-der-mittelbronzezeit

Deutschland in der Spätbronzezeit
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